Titel: Astronomisches Instrument oder Taschenuhr, zur Bestimmung der Stunden am Tage, der fortschreitenden Bewegung der Himmelskörper, wie der Kutschen, Pferde und anderer Thiere, worauf Friedr. Ludw. Fatton, in Folge einer Mittheilung eines Ausländers, am 9. Hornung 1822 sich ein Patent ertheilen ließ.
Fundstelle: Band 18, Jahrgang 1825, Nr. XXV., S. 131
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XXV. Astronomisches Instrument oder Taschenuhr, zur Bestimmung der Stunden am Tage, der fortschreitenden Bewegung der Himmelskoͤrper, wie der Kutschen, Pferde und anderer Thiere, worauf Friedr. Ludw. Fatton, in Folge einer Mittheilung eines Auslaͤnders, am 9. Hornung 1822 sich ein Patent ertheilen ließ. Aus dem Repertory of Patent-Inventions. N. 1. 1825. S. 1. Mit Abbildungen auf Tab. III. Fatton's, Astronomisches Instrument oder Taschenuhr. Fig. 18. zeigt dieses Instrument mit abgenommenem Zifferblatte, um den darunter befindlichen Mechanismus darzustellen. Fig. 19. zeigt dasselbe im Aufrisse oder im Durchschnitte, jedoch so, daß das Federgehaͤuse, die Schneke, die Unruhe, und andere Theile der Taschenuhr weggenommen sind, die nicht hieher gehoͤren. Fig. 20. zeigt dieses Instrument mit den Zeigern und Zifferblaͤttern in ihrer gehoͤrigen Lage. Dieselben Buchstaben bezeichnen dieselben Gegenstaͤnde in allen diesen Figuren. A, in Fig. 18. ist der Schild zur Stuͤze des oberen Theiles des Steigerades, dessen Lage durch den punctirten Kreis, a, a, angedeutet ist. Die Unruhe selbst, das Federgehaͤuse, die Schneke und anderen Theile, welche die Bewegung an einer Taschenuhre erzeugen, koͤnnen angewendet werden; allein, da man dieselben ohnedieß genau kennt, waͤre es uͤberfluͤßig, sie hier genauer zu beschreiben. Ein kleiner Triebstok ist an dem oberen Ende der Spindel, oder Achse des Steigerades angebracht, und greift in die Zahne eines Rades, s, dessen Achse oder Spindel durch einen Schild, c, laͤuft, und an ihrem oberen Ende ein bewegliches Zifferblatt, D, fuͤhrt, wie man in Fig. 1920., und auch an dem getuͤpfelten Kreise, dd, in Fig. 18. sieht. Das sich drehende Zifferblatt und Rad, s, dreht sich in einer Minute vollkommen herum, und ersteres hat 60 Eintheilungen auf seiner Oberflaͤche, wie man auf D, in Fig. 20. sieht, wodurch die Secunden angezeigt werden, von welchen jede fuͤnfte angezeigt ist. Das Rad, s, hat einen Triebstok, C, mit 8 Zaͤhnen, der in ein Rad, E, von 72 Zaͤhnen eingreift, welches, wie Fig. 19. zeigt, unter der Platte, XX, gelegen ist. Der obere Theil der Spindel des Rades, E, ist mit einem Rade, F, von 60 Zaͤhnen versehen, welches in die Zahne des kleinen 30 zaͤhnigen Rades, G, eingreift, das auf seiner Spindel einen Triebstok mit 2 Schaufeln oder Zaͤhnen fuͤhrt, die in die Zaͤhne des Rades, H, von 120 Zaͤhnen eingreifen, dessen Spindel den Stundenzeiger fuͤhrt, und in 5 Stunden eine ganze Umdrehung macht: am Zifferblatte ist jede Stunde numerirt, wie h, in Fig. 20. zeigt. Die Zaͤhne des kleinen Rades, G, greifen in die Zaͤhne des Rades, M, von 60 Zaͤhnen, das man in Fig. 13 und 19. sieht, dessen Spindel den Minuten-Zeiger fuͤhrt, und das in 10 Minuten eine vollkommene Umdrehung macht. Am Zifferblatte ist jede Minute mit einer Zahl bezeichnet, wie man bei m, in Fig. 20. steht. Auf der Spindel des Rades, M, befindet sich eine Schneken- oder Spiral-Platte, O, befestigt, deren Zwek weiter unten erklaͤrt wird. P, in Fig. 18 und 19. stellt eine ebene Metall-Platte dar, die sich bei e, auf einer Spindel dreht, deren oberer Triebstok sich in dem festen Schilde, I, stuͤzt, waͤhrend der untere sich in der Platte, xx, Figur 19. dreht. Die Platte, P, hat eine Hervorragung oder einen Schnabel, p, an eine Seite derselben, dessen Ende gegen den Umfang der Spiral-Platte, o, druͤkt, und durch die Kraft der Feder, k, welche auf die Platte, P, nahe an der Achse, e, wirkt, wie Fig. 18. zeigt, immer in genauer Beruͤhrung mit derselben gehalten wird. N, ist ein kleiner, auf der Platte, P, festgeschraubter, Fuß; er theilt sich oben in eine Gabel, und ist mit zwei Central-Schrauben zur Stuͤzung der Zapfen einer kurzen Spindel, r, versehen, die einen Hebel oder Arm, T, hat, der an einer Seile derselben hervorragt, und einen kurzen Schnabel oder einen Sperrkegel, t, an dem entgegengesezten Ende dieser Spindel. Der Sperrkegel, t, wird von einer Feder, s, aufwaͤrts gewogen, welche das aͤußere Ende des Hebels, T, niederdruͤkt der eine Streke uͤber die Flache des beweglichen Zifferblattes, D, hinreicht. Auch die Spindel, v, hat einen kleinen Aufhaͤlter oder Arm, w, der nach abwaͤrts, oder beinahe unter rechten Winkeln mit dem Hebel, T, hervorragt, wie Fig. T zeigt. Das untere Ende des Sperrkegels, w, wird von den Spizen des Stern-Rades, x, in Thaͤtigkeit gesezt, welches so eingerichtet ist, daß es sich frei auf einer kleinen Schraube dreht, die in der Platte, P, befestigt ist. Es bleibt mit seinen Spizen in jeder gegebenen Lage in Ruhe, indem eine leichte Feder, k, darauf wirkt, die auf die Platte, P, festgeschraubt wird, und eine doppelte schiefe Flache, oder ein keilfoͤrmiges Stuͤk an seinem Ende hat, das zwischen zwei Spizen des Sternrades einfaͤllt, und dadurch die Lage desselben bestimmt. Das Sternrad, x, wird auf Ein Mahl um einen Zahn von dem gekruͤmmten Hebel, v, gedreht, der sich auf einer Schraube, n, dreht, die in der Platte, P, befestigt ist. Das Ende, v, dieses Hebels wird auf der Platte, P, dadurch geleitet und nieder gehalten, daß es unter dem Kopfe der Schraube, o, durchlaͤuft. Das entgegengesezte Ende in der Naͤhe der Central-Schraube, n, ist in entgegengesezter Richtung gebogen, und hat ein hervorstehendes Stuͤk, q, welches bogenfoͤrmig, als Stuͤk eines Kreises um die Spindel, e, als Mittelpunkt der Platte, P, gebildet ist. Das Stuͤk, q, wird von dem kleinen Stifte, oder Knopfe, z, in Thaͤtigkeit gesezt, welches durch das aͤußere Gehaͤuse des Instrumentes hervorragt, so daß man bei dem Gebrauche des Instrumentes auf dasselbe druͤken kann. Der gekruͤmmte Hebel, v, wird in seiner Bewegung durch eine Furche beschraͤnkt, die in dem Theile, g, angebracht ist, um die Achse, e, schleicht, und endlich fest auf derselben aufliegt, wenn der Knopf, z, hinlaͤnglich hineingedruͤkt wird; der gekruͤmmte Hebel, v, kehrt in seine urspruͤngliche Lage zuruͤk, wenn der Knopf frei gelassen wird, was, wie Fig. 18. zeigt, durch die Kraft einer kleinen Feder, y, geschieht, die auf einem hervorstehenden Theile der Platte, P, fest geschraubt ist, und gegen den gekruͤmmten Hebel, v, beinahe der Stelle, auf welche der Knopf, z, wirkt, gegenuͤber druͤkt. Der Hebel oder Arm, T, ist an seinem Ende mit einer kleinen Schraube, I, versehen, wie Fig. 19. zeigt, welche Schraube durch das Ende einer kleinen Stahlfeder, 2, laͤuft, die einen Schnabel, beinahe wie eine Schreibfeder, bildet, und etwas Tinte oder Farbe aufnimmt, wie wir unten zeigen werden. Die leichte Feder, 2, ist an einem Ende vierekig, und an dem Arme, T, festgeschraubt, in der Nahe der Spindel, r. 3, ist eine Schraube, die durch den Arm, T, laͤuft, dessen Spize auf dem Ende einer Feder, 4, ruht, die auf der Platte, P, befestigt ist, wie Fig. 19. zeigt. Die Wirkung des oben beschriebenen Mechanismus ist folgender. Wenn der Knopf, z, gedruͤkt wird, so daß er gegen den bogenfoͤrmigen Theil, q, des gekruͤmmten Hebels, v, druͤkt, so bewegte er diesen Hebel um seinen Mittelpunkt, oder seine Central-Schraube oder Spindel, n, und laͤßt dadurch durch das Ende dieses Hebels, v, gegen eine der Spizen des Sternrades, x, druͤken, wodurch dieses Rad sich auf der Central-Schraube dreht, waͤhrend eine der Spizen dieses Rades mit dem Ende des Sperrkegels, w, in Beruͤhrung kommt, und durch seine Umdrehung diesen zwingt, sich um seine Achse, r, zu drehen, wodurch das Ende, l, des Hebels, T, von dem sich drehenden Zifferblatte aufgehoben wird, zugleich aber die Feder, s, niedergedruͤkt wird, bis die Spize des Stern-Rades hinlaͤnglich vorgeruͤkt ist, um das Ende der Speere, w, auszulassen, in welchem Augenblike dann die Feder, s, gegen den Schnabel, t, zuruͤk wirkt, und das Ende. 1, des Hebels, T, augenbliklich niederschlaͤgt, so daß die Spize der Feder, 2, die Oberflaͤche des sich drehenden Zifferblattes, D, beruͤhrt, oder auf dieselbe schlagt, indem ihr Moment die Kraft der Feder, 4, uͤberwindet, welche die Schraube, 3, wie oben bemerkt wurde, darauf druͤkt. Der geneigte Theil der Feder, k, faͤllt zwischen zwei Spizen des Sternrades, und stellt dasselbe in die gehoͤrige Lage zur Wiederholung derselben Operation. Der gebogene Hebel, v, kommt durch die vorher erwaͤhnte Feder, y, in seine urspruͤngliche Lage. Das Ende, v, des gekruͤmmten Hebels ist mir einem Federstuͤke, 6, Figur 18. versehen, welches hinlaͤnglich nachgibt, um den Hebel frei durch die Spizen des Sternrades zuruͤklaufen zu lassen. Die Wirkung des oben beschriebenen Mechanismus geschieht so schnell, daß man die Spize der Feder, 2, fuͤnf bis sechs Mahl in jeder Secunde, wenn es noͤthig seyn sollte, auf das sich drehende Zifferblatt, D, kann schlagen lassen, um schnell auf einander folgende Beobachtungen dadurch anzudeuten. Die Weise, wie das Instrument zu einer Beobachtung vorgerichtet wird, ist diese. Die Hauptfeder des Instrumentes wird mittelst ihres Schluͤssels aufgezogen, daß sie im Stande ist zu spielen, indem ihre Wirkung nur durch den kleinen Haͤlter, 8, aufgehalten ist, der durch die Seite des Gehaͤuses hervorragt, wie bei den gewoͤhnlichen Taschenuhren, die man nach Belieben kann still stehen lassen. Hierauf wird der Arm, T, etwas uͤber die Flaͤche des sich drehenden Zifferblattes, D, gehoben, indem man mit dem Finger auf den kleinen Stift, 5, druͤkt, Fig. 19. in welcher Lage, etwas wenig Farbe (rothe Erde oder anderer Farbestoff mit Oehl abgerieben), mittelst eines Pinsels aus Kemmel-Haar, oder auf irgend eine andere Weise in die Spize der oben beschriebenen Feder, 2, gebracht wird. Nachdem dieß geschehen ist, wird der Hebel, T, frei gelassen, und die Spize der Schraube, 3, kommt auf das Ende der Feder, 4, zu liegen, wodurch die Spize der Feder, 2, gehindert wird, die Oberflaͤche des sich drehenden Zifferblattes zu beruͤhren; der kleine Zeiger, m, wird auf die Zahl 10, gestellt, und das sich drehende Zifferblatt, D, herumgefuͤhrt, bis die Zahl 60, dem Arme T, gegenuͤber steht, wie Fig. 20. zeigt, in welcher Lage dann die Spize der Feder, welche, wie gesagt, die Farbe enthaͤlt, dem aͤußeren Umfange des sich bewegenden Zifferblattes, D, nahe ist. Man seze nun z. B. man wolle mittelst dieses Instrumentes den wahren Augenblik bestimmen und bezeichnen, in welcher ein Koͤrper oder ein Gegenstand vor einem anderen voruͤber fahrt, so bemerkt man zuerst die Tages-Zeit an einer guten Taschenuhr oder einem Chronometer, und sezt mittelst des Haͤlters, 8, das Instrument in einer bekannten gegebenen Zeit in Bewegung, indem man dasselbe in der Hand haͤlt, und mit dem Ende des Zeigefingers auf den Knopf, z, (Figur 18 und 20.) druͤkt. waͤhrend das Instrument im Gange ist, laufen die Abtheilungen auf der Oberflaͤche des sich drehenden Zifferblattes, D, regelmaͤßig unter der Spize der Feder, 2, durch, ohne dieselbe zu beruͤhren, und der Minuten-Zeiger, m, ruͤkt um eine Abtheilung vor, waͤhrend das bewegliche Zifferblatt, D, ein Mahl ganz herumlaͤuft. Wenn nun der Augenblik kommt, den man bestimmen und aufzeichnen will, druͤkt man schnell mit dem Zeigefinger auf den Knopf, wodurch der Hebel oder Arm, T, augenbliklich steigt und faͤllt, und dieß zwar durch die Wirkung des Sternrades, des gebogenen Hebels etc., wie oben angegeben wurde. Hierdurch wird die Spize der Feder, 2, leicht auf die Oberflaͤche des sich drehenden Zifferblattes geschlagen, und laͤßt ein bleibendes Zeichen oder einen Flek auf demselben. Diese Spize der Feder 2, bleibt aber keine bemerkbare Zeit uͤber der Oberflaͤche des Zifferblattes in Beruͤhrung, sondern wird beinahe augenbliklich wieder zuruͤkgeworfen, und zwar durch die Schraube, 4, die gegen die Spize der Schraube, 3, druͤkt, wie oben gesagt wurde, da die Spize derselben durch das Moment des Hebels, T, welches den Widerstand der Feder 4, in etwas uͤberwiegt, in Beruͤhrung mit dem Zifferblatte gebracht wird, indem dieß hinreicht, um einen sichtbaren Flek oder einen Punct auf dem sich drehenden Zifferblatte zu lassen, wenn man abwechselnd auf den Knopf, z, druͤkt, und diesen wieder loslaͤßt. Auf diese Weise kann eine Reihe von Punkten auf dem Zifferblatte, D, gemacht werden, ohne daß man auf dasselbe sieht, wenn mehrere Beobachtungen angestellt werden sollen, die schnell auf einander folgen, und sie koͤnnen dann mit Muße von dem Zifferblatte abgelesen werden. Dieses Instrument kann eine Reihe von Beobachtungen waͤhrend 10 Minuten ohne alle Unterbrechung und ohne Gefahr, daß ein Punct auf den anderen faͤllt, deutlich anzeigen. Es wurde bereits bemerkt, daß die Spize der Feder, 2, sich nahe an dem aͤußeren Umfange des drehenden Zifferblattes befindet, wenn das Instrument in Thaͤtigkeit gesezt wird, um diese Beobachtungen anzufangen. Es wurde ferner gesagt, daß die Feder 2, mit dem Sternrade und dem uͤbrigen Mechanismus, durch welchen die Spize der Feder in dem gehoͤrigen Augenblike auf dem Zifferblatte zeichnet, auf einer Metall-Platte, P, aufgezogen ist, die sich um e, in der anliegenden Zeichnung, als um ihren Mittelpunct dreht. Es bleibt nun nur noch uͤbrig zu zeigen, wie der Platte P, die gehoͤrige Bewegung mitgetheilt wird. Wenn der Minuten-Zeiger, m, auf die Zahl 10 weiset, wie in Fig. 20. wirke der hervorstehende Schnabel, p, der Platte, P, gegen den kleinsten Durchmesser der Schneke oder Spirale, o, wodurch die Spize der Feder, 2, von dem Mittelpuncte der sich drehenden Platte, D, gegen den Umfang derselben zuruͤkweicht; und da der Minuten-Zeiger sich mit der Schneke oder Spirale, o, ein Mahl in 10 Minuten umdreht, so macht die Bewegung der Schneke, daß die Spize der Feder 2, sich allmaͤhlich dem Mittelpuncte der sich drehenden Platte, D, naͤhert, so daß die Puncte, welche auf dieser Platte, D, gemacht werden, in einer Schnekenlinie zu liegen kommen, welche an dem Umfange anfaͤngt, und sich dem Mittelpuncte naͤhert, und zehn vollkommene Windungen bildet, deren jede eine Zeit Minute andeutet. Die Stelle, wo die Puncte oder Fleke auf die Radial-Linie fallen, die, wie Fig. 20. zeigt, auf dem Zifferblatte, D, gezeichnet sind, zeigen die Zeit-Secunden j, an. Sobald der Minuten-Zeiger, m, seinen Umlauf vollendet hat, faͤllt der Schnabel, p, der Platte, P, ploͤzlich, durch die Wirkung der oben erwaͤhnten Feder, k, gegen den Mittelpunkt der Schneke, o, und fuͤhrt die Spize der Feder, 2, auf den aͤußeren Umfang des beweglichen Zifferblattes zuruͤk, von welchem sie zuerst ausging. Wenn es noͤthig ist eine neue Reihe von Beobachtungen mit diesem Instrumente zu beginnen, muͤssen die fruͤher auf dem sich drehenden Zifferblatte, D, gemachten Puncte mit einem Leinwandlaͤppchen weggewischt werden; das Blatt selbst ist in dieser Hinsicht so vorgerichtet, daß es leicht weggenommen werden kann. Die Radial-Linien, welche die Secunden auf dem sich drehenden Zifferblatte anzeigen, sind nicht in geraden Linien gegen den Mittelpunct hin angezeigt, sondern in Bogen eines Kreises, deren Halbmesser durch die Entfernung der Spize der Feder, 2, von der Spindel, e, der Platte, P, bestimmt wird. Dieses Instrument muß alle 5 Stunden aufgezogen werden; es kann daher nicht als Taschen-Uhr oder Chronometer gebraucht werden, kann aber, noͤthigen Falles, statt beider dienen, wenn der Stunden-Kreis, h, in 12 Stunden getheilt, und das Stunden-Raͤderwerk so vorgerichtet wird, daß der Stunden-Zeiger, h, einen ganzen Umlauf vollendet, waͤhrend der Minuten-Zeiger, m, 72 Mahl umlaͤuft. In einigen Faͤllen bediene ich mich keiner Farbe, um auf dem sich drehenden Zifferblatte Zeichen anzubringen, sondern verfertige die Spize der Feder 2, aus einer feinen Stahl-Spize, wie eine Nadel, und das sich drehende Zifferblatt aus Zinn oder aus einem anderen weichen Metalle, jedoch so, daß die Platte leicht auf die Secunden-Spindel aufgesezt, und von derselben abgehoben werden kann. In diesem Falle braucht man mehrere Zifferblaͤtter, und die Spize der Feder 2, macht einen deutlichen Punct auf der Oberflaͤche des weichen Metalles, wodurch fuͤr jede Reihe der Beobachtungen ein neues Zifferblatt nothwendig wird, zugleich aber auch die bereits bezeichneten fuͤr immer unzerstoͤrbar aufbewahrt werden koͤnnen. Fig. 21. zeigt in der Zeichnung eine andere Form dieses Instrumentes, wie dasselbe an einer gemeinen Taschenuhr angebracht werden kann. h, ist der Stunden- und Minuten-Kreis, und D, das sich drehende Zifferblatt, welches auf der gewoͤhnlichen Secunden-Spindel aufgesezt, bei jeder zehnten Secunde, bezeichnet ist, und in Einer Minute sich vollkommen dreht. T, zeigt den kleinen Hebel, welcher die Spize fuͤhrt, die die Farbe haͤlt, und auf dem beweglichen Ziffer-Blatte zeichnet. Die Bewegung, welche die Puncte oder Fleke macht, wird durch den Knopf, z, bewirkt, auf dieselbe Weise, wie wir sie oben angegeben haben; nur hat hier jene Bewegung nicht Statt, durch welche die Spize des Hebels, T, dem Mittelpuncte des Zifferblattes, D, genaͤhert, und von demselben entfernt wird, indem nur eine Umdrehung des Zifferblattes hier markirt wird, ehe man dasselbe abpuzt. Der Hebel, T, mit seinem Sternrade etc. ist also hier auf einer feststehenden Platte, statt auf einer beweglichen, aufgezogen, wie in den vorigen Figuren dargestellt wurde. 8, zeigt einen kleinen Zapfen, um noͤthigen Falles die Uhr still stehen zu lassen. Fig. 22 und 23. zeigen einen Theil des Instrumentes, der auf eine andere Art eingerichtet ist: die Zeichnung derselben ist in gleichem Maßstabe, wie jene von Fig. 18 und 20. Hier ist das Zifferblatt fest, und die Zeichen auf demselben werden durch den Secunden-Zeiger gemacht, der in dieser Hinsicht, mir einem Schnaͤbelchen an seiner Spize versehen ist, welches die Farbe fuͤhrt. P, ist eine Metall-Platte, auf welcher sich der Mechanismus befindet, wie in den vorigen Figuren, nur daß sie sich nicht um ihren Mittelpunkt, wie in Figur 18 und 20. um e, dreht, sondern fest sieht. N, ist eine kleine Stuͤze, welche auf der Platte, P, festgeschraubt ist, und die Achse, r, des Hebels, T, mit seiner kurzen Sperre, t, und dem senkrechten Arme oder Sperrkegel, w, fuͤhrt, gegen welchen die Spize des Sternrades auf die vorher beschriebene Weise wirkt. Fuͤr die Bewegung in Fig. 1820. zeigt 5 eine kleine Feder, die auf die kurze Sperre, t, druͤkt, und den Hebel oder Arm, T, niederdruͤkt, bis er auf den festen Haͤlter in der Stuͤze, N, ruht. Das Ende des Hebels oder Armes, T, ist in Form einer kleinen kreisfoͤrmigen Platte mit einem Loche durch den Mittelpunct, wie man an T, Fig. 23. sieht, gebildet, welches Loch weit genug ist, um die Spindel, s, des Secunden-Zeigers 2, so aufzunehmen, daß sie durch kann, ohne dasselbe zu beruͤhren. Der obere Theil der Spindel, s, ist dort, wo er uͤber die Flaͤche des feststehenden Zifferblattes, w, emporsteigt, mit einem Ansaz versehen, auf welchem der Secunden-Zeiger 2, sich frei schwingen kann, wenn seine Spize 2, das Zifferblatt w, beruͤhren soll, um ein Zeichen mit der Farbe auf demselben zu machen. Auf der Spindel, s, stehen zu jeder Seite zwei kleine Federn hervor; die eine, 4, druͤkt die Spize 2, hinauf, und hindert dieselbe auf dem Zifferblatte zu zeichnen, wo es nicht noͤthig ist; die andere, 5, laͤßt die Spize 2, ploͤzlich auf das Zifferblatt schlagen; und daselbst ein Zeichen machen, wie es an der Feder 5, in Fig. 1820. beschrieben wurde. An dem Secunden-Zeiger, 2, ist ein kleiner Stift 3, befestigt, der nach abwaͤrts hervorsteht, und bis nahe an die Oberflaͤche der kleinen runden Platte an dem Ende des Hebels, T, reicht, von welcher oben gesprochen wurde. Das Sternrad, der gebogene Hebel etc. sind so, wie in den anderen Figuren. Die Wirkung der Figuren 5 und 6 ist folgende: Man seze der Secunden-Zeiger bewege sich, und man wolle irgend einen Augenblik bezeichnen. Man druͤkt also den Knopf z, der in Fig. 18, 19, 20, 21. beschrieben wurde, so, daß das Sternrad bewegt wild, welches, mittelst der Sperre, w, den Arm, T, hebt, und die Oberflaͤche der kleinen runden Platte zu dem Stifte 3, hinaufbringt, zugleich aber auch die Spize 2, des Secunden-Zeigers in einige Entfernung uͤber das Zifferblatt w, hebt, indem es die Feder, s, herabdruͤkt, bis die Spize des Stern-Rades das Ende des Sperrkegels, w, verlaͤßt, in welchem Augenblike die Feder 5, gegenwirkt, und die Spize 2, auf die Flaͤche des Zifferblattes so niederschlaͤgt, daß ein Zeichen von der Farbe auf demselben bleibt. Die kleine Platte am Ende des Hebels T, wird gleichfoͤrmig auf den Stift 3, in jeder Lage des Secunden-Zeigers wirken. Diese Vorrichtung dient bloß zur Markirung waͤhrend einer Minute, ohne daß hier die Zeichen, wie oben bemerkt wurde, weggepuzt werden. Der Patent-Traͤger nimmt bloß die Zusammensezung der in dieser Maschine gebrauchten Theile als sein Patent-Recht in Anspruch.Unsere Leser werden sich erinnern, daß wir diese Vorrichtung aus dem London Journal of Arts bereits in B. X. S. 449. unseres Journales beschrieben haben, die vorstehende ist aber weit vollstaͤndiger. D.

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