Titel: Verbesserungen an den Maschinen zum Kämmen der Wolle, von H. Bulmer und W. Bailey zu Halifax.
Fundstelle: Band 142, Jahrgang 1856, Nr. XCIII., S. 412
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XCIII. Verbesserungen an den Maschinen zum Kämmen der Wolle, von H. Bulmer und W. Bailey zu Halifax. Aus dem London Journal of arts, Juni 1856, S. 352. Mit Abbildungen auf Tab. VI. Bulmer's Verbesserungen an den Maschinen zum Kämmen der Wolle. Die Verbesserungen, welche sich die Erfinder am 5. Januar 1855 patentiren ließen, beziehen sich auf die Classe von Maschinen, bei welchen die zu kämmende Faser mittelst Speisewalzen durch Gillkämme den Klemm-Instrumenten (nipping instruments) übergeben wird. Die letzteren bringen den Faserstoff in eine Lage, wo er von einem Tragkamm (carrier or porter comb) aufgenommen und auf den kreisförmigen Kamm gelegt wird, um nachher von diesem wieder abgenommen zu werden. Diejenigen Theile, welche die Klemminstrumente und den Tragkamm in Thätigkeit setzen, sind nämlich bei der vorliegenden Construction so angeordnet, daß die Geschwindigkeit der Bewegungen der Klemm-Instrumente von der Stelle, wo sie die Faser von den Gillkämmen aufnehmen bis zu der Stelle, wo sie dieselbe an den Tragkamm abgeben, vermehrt und rückwärts wieder vermindert werden kann, um neues Material aufzunehmen, während die Geschwindigkeit des Tragkammes von der Stelle aus, wo er das Material von den Klemminstrumenten empfängt, bis dahin, wo er dasselbe auf den kreisförmigen Kamm legt, vermindert und dann rückwärts bis zu der Stelle, wo er neues Material in Empfang nimmt, vermehrt wird. Auf diese Weise wird durch Vermehrung der Geschwindigkeit der Theile, da wo sie die geringste Kraft auszuüben haben, ein bedeutender Vortheil erzielt. Diese Geschwindigkeitsveränderungen werden dadurch hervorgebracht, daß man die Bewegungen der betreffenden Theile mit einer Achse verbindet, welche dadurch eine unregelmäßige Bewegung erhält, daß an dieselbe ein elliptisch gezahntes Rad excentrisch befestigt ist, welches mit einem ähnlichen an einer andern Achse befestigten excentrischen Rade in Eingriff steht. Die letztere Achse wird von der Hauptwelle aus in Rotation gesetzt. Die Verbesserungen bestehen ferner darin, daß die Gillkämme bei ihrer Bewegung von dem Punkte, wo sie das Material in Empfang nehmen, nach der Stelle wo sie dasselbe den Klemminstrumenten übergeben, eine zunehmende Geschwindigkeit erhalten. Dieses geschieht dadurch, daß man den Gillschrauben von der Achse aus, welche auf die oben beschriebene Weise eine veränderliche Geschwindigkeit erhält, eine wechselnde Geschwindigkeit ertheilt. Fig. 31 stellt einen Theil dieser Wollkämm-Maschine in der Seitenansicht, Fig. 32 im Grundrisse dar. a, a ist das Maschinengestell; b sind die Gillschrauben zur Bewegung der Gillkammstäbe, durch welche der zu kämmende Faserstoff in die Maschine geführt wird; c ist der Klemm-Apparat, welcher die Faser ergreift und aus den Gillkämmen zieht, um sie dem Tragkamm d zu übergeben, der sie auf den Kamm e legt. f ist die Hauptwelle des Zuführapparates. Dieselbe wird mittelst eines um die Rolle f¹ geschlagenen Riemens getrieben, und enthält ein Zahnrad f², welches in das an der Achse g¹ befestigte Zahnrad g greift. An der Achse g¹ ist das elliptische Zahnrad g² befestigt, welches in ein ähnliches an der Achse h¹ befindliches elliptisches Rad h greift. In Folge dieser Einrichtung dreht sich die Achse h¹ mit veränderlicher Geschwindigkeit. Die Achse h¹ enthält die Kurbeln i, in welche die Verbindungsstangen i¹ eingehängt sind, um den Klemm-Instrumenten c eine hin- und hergehende Bewegung zu ertheilen; auch werden von der nämlichen Achse h¹ aus die Schrauben b, welche die Gillkämme führen, in Bewegung gesetzt. Somit erhalten die Gillkämme und die Hin- und Herbewegung der Klemminstrumente die verlangte wechselnde Geschwindigkeit. An der Achse h¹ befindet sich das Zahnrad j, welches durch Vermittlung der Räder k und k¹ das an der Achse m befindliche Zahnrad l in Bewegung setzt. Die Achse m trägt auf die gewöhnliche Weise das untere Ende eines Theiles der Klemm-Instrumente und enthält die Excentriken c¹ zum Oeffnen und Schließen dieser Instrumente. Außerdem enthält die Achse m ein Winkelgetriebe n, Fig. 31 und 32, welches in ein anderes an der Achse o¹ befestigtes Winkelgetriebe o greift. Die Achse o¹ enthält noch ein zweites Winkelgetriebe o², welches in ein an der Achse p¹ befindliches Winkelgetriebe p greift. Die Achse p¹ enthält ein elliptisch gezahntes Rad q und dieses greift in ein ähnliches an der Achse r¹ befestigtes Rad r. An der Achse r¹ ist eine Kurbel s¹ befestigt, welche die Bewegung des Hebels s, dessen oberes Ende den Kamm d trägt, zum Theil beherrscht. Der übrige Mechanismus, welcher sich von dem sonst gebräuchlichen nicht unterscheidet, bedarf keiner Beschreibung.

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